

Prof. Dr.
Heimatforscher
* 09.04.1874 in Wien
† 03.03.1964 in Rekawinkel
Gustav Gugitz wurde am 9. April 1874 in Wien geboren. Er entstammte einer berühmten und vermögenden Kärntner Familie. Seine höhere Schulbildung erwarb er sich in den Gymnasien von Kremsmünster und der Wiener Piaristen. Hernach studierte er Literatur- und Theatergeschichte an der Universität Wien, schloß dieses Studium jedoch nicht ab. Er wirkte über viele Jahre als Privatgelehrter.
Die Inflation nach dem ersten Weltkrieg führte zu seiner Verarmung. Um seine Familie ernähren zu können, verdiente er den Lebensunterhalt durch Tätigkeiten in Verlagsgeschäften, Antiquariaten und schließlich als Angestellter der Wiener Stadtbibliothek.
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Gustav Gugitz trat bereits 1922 als überzeugter Faschist der NSDAP bei. Nach dem Ende des sogenannten dritten Reiches war er als Bibliothekar nicht mehr tragbar. Seine politischen Ansichten waren bereits 1916 für den Abbruch der langjährigen Zusammenarbeit mit dem jüdischen Sammler und Privatgelehrten Max von Portheim verantwortlich. Max von Portheim war ein bedeutender österreichischer Geschichtsforscher und Sammler, der einer weinverzweigten jüdischen Prager Familie entstammte.
Für die NSDAP agierte er ab 1932 als Hauptabteilungsleiter der Ortsgruppe Währing, ab 1936/1937 als Hauptabteilungsleiter des Gaues Wien, ab 1940 als Vertrauensmann des Gemeindevermittlungsamtes für den 18. Bezirk. 1939 wurde ihm das goldene Parteiabzeichen verliehen. Gugitz suchte nach Kriegsende um Streichung von der Registrierung an, die 1948 gewährt wurde.
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Im Laufe von fast 70 Jahren, beginnend mit 1896, schuf Gustav Gugitz ein wissenschaftliches Werk mit insgesamt 371 Titeln. Seine Schwerpunkte waren
Wiener Stadtgeschichte, allgemeine Kulturgeschichte und religiöse Volkskunde.
Er erlangte aufgrund dieser intensiven Forschungen Ruhm und gilt als "Historiograph der Wiener". Für seine Verdienste wurde ihm als den vielseitigsten und damals anerkanntesten Wien-Schriftsteller anlässlich der Vollendung des 85. Geburtstages 1959 die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien verliehen.
Er arbeitete u.a. mit dem Volkskundler Emil Karl Blümml zusammen. Es entstanden hierbei einige gemeinsame Bücher.
Gustav Gugitz verkaufte der der Stadt Wien seine rund 6.000 Bände umfassende Viennensia-Bibliothek gegen eine Lebensrente, um seinen kulturhistorischen Forschungen ungehindert nachgehen zu können.
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Einige Werke von Gustav Gugitz können im antiquarischen Handel erworben werden. So etwa "Österreichische Gnadenstätten" und "Der Weiland Kasperl"
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Landesautorenpreis (1907)
Professor (1954)
Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kultur, I. Klasse (1957)
Silbermedaille des Vereins für Geschichte der Stadt Wien (1964).
Gustav Gugitz, der auch unter dem Pseudonym Gustav Litschauer agierte,
starb am 3. März 1964 in Rekawinkel.
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Gustav Gugitz, der auch unter dem Pseudonym Gustav Litschauer agierte,
starb am 3. März 1964 in Rekawinkel. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof Gersthof in Wien.
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Am 17. Mai 1966 wurde die Gugitzgasse in Döbling nach Gustav Gugitz benannt.
Eine Forschungsgruppe im Auftrag der Universität Wien und der Stadt Wien unterzog von 2011 bis 2013 die Benennung der Wiener Straßennamen seit 1860 einer wissenschaftlichen Analyse sowie einer zeithistorischen Kontextualisierung. Aufgrund der daraus gewonnenen Erkenntnisse zur historischen Einordnung von Gustav Gugitz wurde der Straßenname als "Fall mit Diskussionsbedarf" eingeordnet.
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