

Liedermacher, Schauspieler
* 28.02.1946 in Weinberg/Buch-St. Magdalena
† 24.11.2011 in Wien
Ludwig Hirsch wurde am 28. Februar 1946 in Weinberg/Buch-St. Magdalena, Steiermark, geboren. Der Sohn eines Arztes wuchs in der Wiener Leopoldstadt auf. Nach seiner Schulzeit studierte er Grafik an der Hochschule für angewandte Kunst.
Er wechselte dann zur Schauspielschule Krauss, deren künstlerischer Leiter Fritz Muliar war. Muliar war es auch, der während seiner Silvesterveranstaltung 1977/1978 dem Publikum das außergewöhnliche Talent Ludwig Hirsch präsentierte. Von 1975 bis 1979 war Ludwig Hirsch Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt in Wien und debütierte bereits 1973 am Stadttheater Regensburg.
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Seine Karriere als Liedermacher startete 1978. Die Debut-LP “Dunkelgraue Lieder” erzielte innerhalb von nur drei Monaten allein in Österreich einen Absatz von 6000 Stück. Die bald darauf folgende Nachfolge-LP “Komm, großer schwarzer Vogel” erhielt eine goldene Schallplatte, die Debut-LP im Frühsommer 1980 sogar zwei Mal Gold.
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Das große Vermächtnis von Ludwig Hirsch ist zweifellos sein unüberbietbares Stück “Komm, großer schwarzer Vogel”, mit dem er das Thema Tod buchstäblich salonfähig machte. Kompositorisch und vom Text her handelt es sich um ein Lied, das bis heute und darüber hinaus nachwirkt. Bei Trauerfeiern gilt das Lied als besonders beliebt. Es vermittelt eine Leichtigkeit, die den Tod nicht als Feind, dem man nicht begegnen will, sondern als Kameraden, als Freund anerkennt. Wenn er denn kommt, so gilt es nicht, sich zu verstecken, sondern ihn zu begrüßen.
Über die Grundidee zu “Komm, großer schwarzer Vogel” sagte Ludwig Hirsch 2011 in einem Interview:
“Ich hatte eine Freundin, die mit anderen Freunden beim Heurigen war. Auf dem Heimweg hatte sie einen Unfall und war vom Kopf abwärts gelähmt. Sie lag im Spital, an Schläuchen angeschlossen und konnte sich nicht bewegen. Irgendwann ist es ihr zu viel geworden und sie hat versucht, sich mit dem Mund die Schläuche aus dem Leib zu ziehen. Sie ist daran nicht gestorben, sondern erst kurz später einer Lungenentzündung erlegen. Aber sie wollte mit dieser Aktion ein Ende machen. Das hat mich zu diesem Lied inspiriert.”
Der österreichische Radiosender Ö3 fand “Komm, großer schwarzer Vogel” zu morbid, und strahlte ihn nur bis 22 Uhr aus. Die Angst davor, Hörer könnten Selbstmord begehen, ging um.
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Ludwig Hirsch war ein vielseitiger Künstler, der seine Freude am Schauspiel sowohl im Theater als auch für das Fernsehen hatte. Über zwei Dutzend Musikalben belegen, dass er sich in erster Linie als Liedermacher sah. Seine Schaffenskraft in diesem Kontext war schier unendlich.
Eine Liebe für Außenseiter lässt sich am Liedgut von Ludwig Hirsch ablesen. Er erzählte von Gestrauchelten, von Verlierern, von Kindern, von Ausgestossenen. Er legte in seine Lieder wie nebenbei Gesellschaftskritik. Die tragikomische Komponente ist aus seinen Werken nicht wegzudenken.
Es stellt sich die Frage, ob er sich je als Vertreter des Austro-Pop eingestuft hat. Allemal übte er mit seiner ungewöhnlichen Form des Ausdrucks sowohl Faszination als auch Befremdung aus.
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Ludwig Hirsch lernte 1977 Cornelia Köndgen kennen und lieben. Sie waren bis zu seinem Tod verheiratet. Dieser Ehe entsproß ein Sohn. Moritz wurde 1981 geboren. Cornelia Köndgen veröffentlichte 2013 im Seifert-Verlag ein Buch über die gemeinsame Zeit (35 Jahre Ehe!) mit Ludwig Hirsch unter dem Titel "Mit einem kleinen Schuss ins Rot. Die Jahre mit Ludwig Hirsch".
Es ist ein sehr persönliches Buch geworden, was sie in einem Interview mit der Wiener Zeitung verdeutlichte:
“Ich habe nur Lebensereignisse beschrieben, die für uns beide einschneidend waren. Gleichzeitig wollte ich aber auch nicht meinen jetzigen Zustand verheimlichen, der nun einmal ein anderer Zustand ist, ein Zustand der Trauer und der Suche nach Neuorientierung im Leben. All das hat sich aber erst beim Schreiben ergeben. Wenn ich in unsere gemeinsame Vergangenheit, in die Erinnerungen hineingegangen bin, war ich in einer ganz anderen Welt. Und ich habe mich gefragt: Wie ist meine heutige Position dazu?”
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Bei Ludwig Hirsch wurde eine Raucherlunge diagnostiziert. Er wollte aber nicht damit aufhören, zu rauchen. Am 24. November 2011 setzte Ludwig Hirsch seinem Leben auf dem Gelände des Wiener Wilhelminenspitals ein Ende. Mit seinen Liedern aber hat er die Unsterblichkeit erlangt.
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Die österreichische Post ehrte Ludwig Hirsch mit einer am 3. September 1993 erschienenen 5,50-Schilling-Briefmarke.
2001 wurde ihm das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen.
2003 erhielt er den Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie Künstler Pop/Rock national für sein Album Perlen.
Am 28. Juni 2011 wurde ihm der Wiener Goldene Rathausmann überreicht.
Am 1. Mai 2012 wurde ihm posthum der Amadeus Austrian Music Award für sein Lebenswerk verliehen.
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1978: Dunkelgraue Lieder
1979: Komm, großer schwarzer Vogel
1979: Liederbuchedition
1980: Zartbitter
1982: Bis zum Himmel hoch
1983: Bis ins Herz
1983: Gel, du magst mi (Best-of)
1984: 6 (Traurige Indianer – Unfreundliche Kellner)
1986: Landluft
1988: Liebestoll
1989: Glanzlichter (Kompilation)
1991: In meiner Sprache
1991: Sternderl schaun (Kompilation)
1992: Gottlieb (Live)
1993: Liederbuch (Kompilation)
1994: Liebeslieder (Kompilation)
1995: Tierisch
1996: Liedermacher Edition (Kompilation)
1998: Master Series (Kompilation)
1999: Dunkelgrau (Live)
2002: Perlen
2004: Ausgewählte Lieder
2006: In Ewigkeit Damen
2008: Gottlieb Live (DVD)
2009: Ludwig Hirsch liest Weihnachtsgeschichten (gesprochen)
2010: Geschichten von Till Eulenspiegel (gesprochen)
2011: Ludwig Hirsch liest Ludwig Hirsch (gesprochen)
2012: Zum letzten Mal - live (Live)
2016: Himmelblau & Dunkelgrau - die ultimative Liedersammlung (3 CD’s)
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1971: Und Jimmy ging zum Regenbogen
1972: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (Fernsehserie, Folgen 11–13)
1974: Hallo – Hotel Sacher … Portier! (Fernsehserie, Folge 2x04)
1975: Der Fremde (Fernsehfilm)
1978: Hiob (Miniserie, 3 Teile)
1978: Tatort – Mord im Krankenhaus
1980: Die kleine Figur meines Vaters
1981: Trokadero
1983: In Zeiten wie diesen (Fernsehfilm)
1983: Am Ufer der Dämmerung
1987: Tot oder lebendig (Fernsehfilm)
1995: Lieben wie gedruckt (Fernsehserie, 11 Folgen)
1996: Der Bockerer II – Österreich ist frei
1997: Kaisermühlen Blues (Fernsehserie, Folge 4x03)
1999: Kommissar Rex (Fernsehserie, Folge 5x11)
2000: Tatort – Der Millenniumsmörder
2003: Himmel, Polt und Hölle (Fernsehfilm)
2004: Schlosshotel Orth (Fernsehserie, Folge 9x04)
2005: Daniel Käfer – Die Villen der Frau Hürsch (Fernsehfilm)
2008: Und ewig schweigen die Männer (Fernsehfilm)
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